Landesverband oder Ortsverband gründen2018-09-25T09:51:55+00:00

So gründet Ihr einen Landesverband / Ortsverband

In Eurem Bundesland gibt es noch keinen Landesverband? In Deinem Ort gibt es noch keinen Ortsverband? Wir gründet man solche „Regionalverbände“? Welche Aufgaben haben sie? Welche Aufgaben haben Vorstände? Hier findest Du die wichtigsten Infos. Bei weiteren Fragen: Einfach eine Mail an den Bundesverband senden (siehe Fußbereich dieser Website).

Die Voraussetzungen

Es gibt inhaltliche, rechtliche und persönliche Voraussetzungen, die erfüllt sein sollten / müssen.

Inhaltlich:

Lies bitte aufmerksam unser Programm. Als Vorstand eines Landes- oder Ortsverbands musst Du das Programm gegenüber Dritten (Medien, Interessenten) zumindest auf dem Niveau der Programmübersicht erklären können. Wenn Du Details kennst: Um so besser. In komplexen Bereichen wie Wirtschaftssystem und Finanzsystem ist es ok, wenn Du nur ein paar Eckpunkte kennst und ansonsten auf unsere Spezialisten verweist (Kontakt über den Bundesvorstand).

Ganz wichtig: Es hat keinen Sinn, Mitglied zu werden oder sogar als Vorstand zu kandidieren, wenn Du mit dem Programm nicht in ausreichendem Maße einverstanden bist.

Rechtlich:

Zwei Dinge sind rechtlich relevant: Das Parteiengesetz und die Satzung. Wer einen Landesverband oder Ortsverband gründen will, sollte die §§ 11-13 der Satzung lesen udn auf jeden Fall die Anleitung auf dieser Seite befolgen.

Persönlich:

Du musst teamfähig, gut erreichbar (als Vorstand Reaktionszeit auf Emails unter 48 Stunden, bei längerer Abwesenheit andere informieren und Vertreter aktivieren), aktiv und motiviert sein. Vorstände müssen deutsch fließend in Wort und Schrift beherrschen (die Außenwirkung wird sonst peinlich für die Partei).

Vorgehensweise: So gründet Ihr einen Landesverband / Ortsverband

  1. Mitglied werden. Nur Mitglieder können einen Landesverband / Ortsverband gründen.
  2. Mit mindestens 10 Mitgliedern verabreden, sich zur Gründung eines Landesverbands / Ortsverbands zu treffen. Landesvorstand des jeweiligen Bundeslandes (sofern vorhanden) über die bevorstehende Gründung informieren (falls nicht vorhanden: Info an Bundesvorstand per Email an Mailadresse im Fußbereich dieser Seite). Die Zahl der Mitglieder ohne deutsche Staatsbürgerschaft darf bei bis zu 30% liegen (§ 2 der Satzung). Bei Landesverbänden müssen die Mitglieder des Vorstands in mindestens 3 unterschiedlichen Kommunal-Wahlkreisen ihren Hauptwohnsitz haben. Haben Vorstände ihren Hauptwohnsitz in weniger als 3 Kommunal-Wahlkreisen, kann der Bundesvorstand eine Ausnahme dieser Vorschrift zulassen. Ideal und zeitsparend ist es, wenn Kandidaten für Vorstandsämter bereits vorher ihre Kandidaturen mitteilen (dann könnt Ihr Wahlzettel mit Namen vorbereiten).
  3. Beim Treffen: Versammlungsleiter per Handzeichen wählen.
  4. Alle anwesenden Mitglieder tragen sich handschriftlich in eine Anwesenheitsliste ein.
  5. Protokollführer(in) wählen, der/die die wichtigsten Inhalte protokolliert (unverzichtbar: Wahlergebnisse, Ort und Zeit der Versammlung, Zahl der erschienenen Mitglieder).
  6. Mindestens 3 Vorstände müssen gewählt werden: Vorsitzende(r), Stellvertretende(r) Vorsitzender(r), Landesschatzmeister(in) (bzw. Ortsverbandschatzmeister(in))
  7. Kandidaten erklären in ausreichender Zeit ihre Kandidaturen, Motive, Ziele und stellen sich vor
  8. Mitglieder stellen den Kandidaten Fragen
  9. Wahlleiter(in) wählen (per Handzeichen). Wahlleiter darf keiner der Kandidaten sein.
  10. Wahlleiter lässt über Wahlverfahren abstimmen: Geheime Wahlen (mit gefalteten Stimmzetteln) mit folgenden Alternativen:
    1. Bei nur 1 Kandidat(in) für ein Amt: Ja/Nein/Enthaltung, entweder vorgefertigt zum Ankreuzen oder von den Wählern auf einen leeren Zettel geschrieben
    2. Bei mehreren Kandidaten für das gleiche Amt: Wähler schreiben Namen ihres Favoriten für das jeweilige Amt auf einen leeren Zettel, oder alternativ dazu c.:
    3. Bei mehreren Kandidaten für das gleiche Amt: Panaschieren/Kumulieren (siehe Wikipedia), das heißt: Auf dem Wahlzetteln stehen die Kandidaten untereinander, daneben 3-5 Spalten. jeder Wähler erhält 10 Zehntel Stimmen, die er mit Kreuzen verteilen kann (dadurch genauere Gewichtung statt „Einer kriegt alles“). Kostet mehr Zeit, ist aber bei mehreren Kandidaten viel demokratischer (haben wir beim Bundesparteitag bei der Wahl der Kandidaten für die Europawahl so gemacht).
  11. Wahlen (geheim mit Stimmzettel)
  12. Auszählung der Stimmen, Wahlleiter gibt Ergebnis bekannt.
  13. Gewählte Vorstände werden gefragt, ob sie die Wahl annehmen. Falls nicht, wird dieses Amt neu gewählt. Sobald alle Vorstände ihr Amt angenommen haben, ist der Vorstand im Amt und handlungsfähig.
  14. Abstimmungen (Programm, Satzung, Aktionen, etc.). Programm und Satzung können auch erst mal vom Bundesverband übernommen und später regional ergänzt werden. Programm und Satzung dürfen nicht den Programmen der übergeordneten Regionalverbände widersprechen (ergänzt sich ohnehin in den meisten Punkten ohne große Überschneidung).
  15. Ende der Versammlung erklären
  16. Gründungsprotokoll [darf handschriftlich (leserlich!) sein] ist von den gesamten Vorständen sowie vom Protokollführer, vom Versammlungsleiter und 2 vom Versammlungsleiter bestimmten Mitgliedern zu unterzeichnen. Original geht an Bundesgeschäftsstelle. Kopie bleibt beim Landesverband / Ortsverband.
  17. Stimmzettel für jeden Wahlgang getrennt in Umschlägen oder Tüten versiegeln und aufbewahren (für eventuelle spätere Nachprüfungen).

Wenn sich alle einig sind, die Kandidaturen vorher bekannt gegeben wurden, die Wahlzettel vorbereitet wurden und es zunächst keine Beschlüsse und Diskussionen gibt, dauert die gesamte Veranstaltung etwa 30-45 Minuten.

Die Amtszeit jedes Vorstands endet laut Parteiengesetz nach 2 Jahren. Also wird alle 2 Jahre neu gewählt. Parteitage jedes Verbands sollten mindestens 1 x jährlich stattfinden.

Für alle Verbände gilt: Lieber gut als schnell. Also lieber auf mehr und geeignetere Mitglieder warten, als mit einem Schnellschuss einen Fehlstart hinzulegen.

Vorstand: Anforderungen und Aufgaben

Wie in Stellenanzeigen ist nachfolgend ein Idealprofil zusammengefasst. Davon kann man abweichen und muss nicht alles erfüllen, aber soooo weit weg sollte man nicht davon sein.

  • Vertritt den jeweiligen Verband politisch und juristisch
  • Wichtigster Sprecher und Ansprechpartner für Medien in der jeweiligen Region
  • Repräsentiert die Partei auch mit Persönlichkeit
  • Ist diplomatisch, freundlich und besonnen
  • Kann Reden halten und Interviews geben
  • Kennt die wichtigsten Problemfelder in seiner Region und vertritt dazu das Programm des Verbands
  • Befasst sich mit Gesetzen, Gesetzentwürfen, Verordnungen etc. um in parlamentarischen Strukturen arbeiten zu können (Anträge und Anfragen stellen, Gesetzesinitiativen formulieren, etc.)
  • Kann Fragen zum Programm kenntnisreich beantworten
  • In Vorstand und Partei „Erster unter Gleichen“ und versteht es, die Mitglieder zu motivieren
  • Gastgeber der Vorstandssitzungen (per Skype, Telefonkonferenz oder Mumble, keine Reisen nötig!)

Für die stellvertretenden Vorsitzenden gelten die gleichen Anforderungen.

Schatzmeister: Gegebenenfalls Konto einrichten und verwalten, Finanzberichte mindestens 1 x jährlich an Schatzmeister der nächsthöheren Ebene.

Sonstige Vorstände: Können die Verbände beliebig wählen. Zum Beispiel für Themen oder Aufgabenbereiche.

Aufgaben der Verbände

  • Mitgliedsanträge in ihrer Region annehmen, Ausweis auf korrekte Angaben prüfen und Mitgliedsanträge an die nächsthöhere Ebene weiter leiten (per Excel-Tabelle und im Original – Kopie bleibt beim Verband)
  • Programm entwickeln für die eigene Region (Tipp: Lokale Medien lesen, Websites der anderen Parteien in der Region lesen, und dann besser machen).
  • Gegebenenfalls eigene Website (erhaltet Ihr von uns) mit Inhalten pflegen.
  • Unterschriften sammeln für Wahlzulassungen (Kommunalwahl, Landtagswahl, Bundestagswahl, Europawahl).
  • Vor Ort aktiv und sichtbar sein. Stammtisch für Interessenten und Mitglieder durchführen. An Demos teilnehmen. Etc., was immer Euch einfällt