Hanfpartei: Historie und Pläne2018-10-31T09:20:30+00:00

Historie und Pläne

Wenn Du Mitglied der Hanfpartei bist oder mit dem Gedanken spielst, in irgendeiner Weise mitzumachen, willst Du sicher mehr über unseren Hintergrund erfahren. Wie ist die Hanfpartei entstanden? Was hat sie vor? Falls Du Fragen hast, die diese Seite nicht beantwortet, kannst Du uns gern kontaktieren.

cannabis medizinDie Gründung der Partei geht auf die Initiative von Roland Kahl vom März 2018 zurück. Roland ist seit seiner Jugend ein Migräne-Schmerzpatient, der schmerzhaft am eigenen Leib erfahren musste, wie absurd es ist, Patienten medizinisches Cannabis vorzuenthalten. Er musste sich erst „austherapieren“ lassen. Das heißt übersetzt: Er musste erst sämtliche ratlosen Versuche der Schulmedizin über sich ergehen lassen, um die Migräneschmerzen in den Griff zu kriegen, obwohl er wusste, dass nur Cannabis hilft.

Die Partei wäre allerdings nicht gegründet worden, wenn es nur eine 1-Themen-Partei geworden wäre. Es gab bereits mehrere Initiativen, eine Hanfpartei zu gründen. Deshalb sind auch die Domains hanf-partei.de und hanfpartei.de weg. Warum wurde nichts draus? Weil man mit Hanf / Cannabis als einzigem Thema keine nennenswerten Wahlerfolge erzielen kann. Bill Clintons Wahlkampfmanager formulierte es treffend: „The economy, stupid“. Das heißt: Arbeitsmarkt und Einkommen entscheiden Wahlen.

Deshalb gibt es einen zweiten Ursprung der Partei: economy4mankind – eine NGO mit einem alternativen Wirtschaftssystem, bei dem auch Roland mitwirkt – ebenso wie alle anderen Initiatoren. Sprecher von economy4mankind und Ansprechpartner für die Bereiche Ökonomie und Arbeitsmarkt bei der Hanfpartei ist Jörg Gastmann.

Man könnte sagen:

economy4mankind + Hanf (inklusive Cannabis) = Hanfpartei

Deshalb gibt es auf dieser Website auch relativ viele Links auf economy4mankind.org.

2003: Idee für ein alternatives ökonomisches System

Die Keimzelle der Hanfpartei liegt im Jahr 2003, und zwar mit der Idee, Geschäfte und Beschäftigung regional zu verknüpfen. Nach 3 Jahren Recherche, Überlegungen und der Entwicklung von Lösungen wurde 2006 ein Buch daraus. Das Buch ist – neben Hanf und Cannabis – der Kern des Parteiprogramms der Hanfpartei. Das Buch erläutert ein völlig neues Konzept für

  • Arbeitsmarkt (mit dem so genannten „Bandbreitenmodell„)
  • Steuersystem und Öffentliche Haushalte
  • Rentensystem
  • Finanzsystem
  • Gesundheitssystem

Das Buch kündigte auch eine Parteigründung an, weil vorherzusehen war, dass die etablierten Parteien weder den Willen noch die Fähigkeit besitzen, neue Wege zu gehen (was heute auch noch so ist und auf unabsehbare Zeit so bleiben wird). Diese Partei hieß „Strategiepartei“.

2007-2009: Strategiepartei

2007 gründeten 12 Aktivisten die Strategiepartei. Kern des Programms war das oben genannte Buch. Bis 2009 wuchs die Mitgliederzahl auf 86. Kurz nach der Registrierung beim Bundeswahlleiter traten 26 andere Kleinparteien an die Strategiepartei heran, um Fusionen und Kooperationen zu sondieren. Die Strategiepartei beschloss, mit der sozialliberalen ddp unter deren Namen zu fusionieren, und die ddp übernahm das Programm der Strategiepartei.

2009 – 2011: ddp

unterstützungsunterschriften sammlung nrw

Nicole Zender bei der Übergabe der Unterstützungsunterschriften zur Wahlzulassung bei der NRW Landtagswahl 2010

Die Deutsche Demokratische Partei (ddp) erklärte sich 2004 zur Nachfolgerin der Partei, die 1918 u.a. von Albert Einstein mitgegründet wurde und mit bis zu 18% im Reichstag vertreten war. Bei Wikipedia sah man das strenger und betrachtete sie lediglich als Namensvetter. Ist auch völlig wurscht. Für unsere Historie sind andere Dinge wichtig:

  • Fast alle Initiatoren der Hanfpartei haben sich von 2009 bis 2011 bei der ddp kennengelernt.
  • Die Initiatoren der Hanfpartei sammelten wertvolle Erfahrungen durch die Parteiarbeit, die Gründung von Landesverbänden und die Teilnahme an 3 Landtagswahlen.
  • Das Programm der Hanfpartei ist eine Weiterentwicklung des Programms der ddp (plus Hanf / Cannabis und einige weitere Dinge wie z.B. „Bürgerparlamente„). Die „Entmachtung der Parteien“ war schon 2009-2011 ein Programmpunkt (Telepolis berichtete).
  • Die Initiatoren der Hanfpartei erkannten, dass eine Partei ohne mediale Berichterstattung keine Chancen auf Wähler hat, und dass die Medien nur dann über kleine Parteien berichten, wenn sie eine freche, neue Story zu erzählen haben – wie die Hanfpartei.

Die Initiatoren der Hanfpartei traten Ende 2011 aus der ddp aus, weil der brave Ansatz sinnlos war. Die Nachfolger lösten die Partei 2014 auf.

2012 bis in Zukunft: economy4mankind

Nach den aufschlussreichen Erfahrungen mit der Kleinpartei ddp gründete Jörg Gastmann 2012 die NGO economy4mankind. Die Webseiten sind (neben Hanf / Cannabis) die Grundlage der Hanfpartei. Der Blog widmet sich vor allem ökonomischen, aber auch politischen Themen. Empfehlungen:

economy4mankind wird weiter arbeiten – vor allem international. Als Nächstes wird die Website nach und nach ins Englische übersetzt, um Menschen in anderen Ländern zu erreichen. Denn „bevor der Deutsche zur Revolution fährt, kauft er eine Fahrkarte“ (Lenin). Ideal für eine Revolution wäre Frankreich, sobald Macron weg ist (wahrscheinlich bei der nächsten Wahl). Auch Jeremy Corbyn, Bernie Sanders, Movimento 5 Stelle, Podemos und anderen neuen progressiven Bewegungen möchten wir unser System vorstellen.

28. März 2018: Inoffizielle Gründung

Roland Kahl fragte am 28. März 2018 Jörg Gastmann, was er von der Gründung einer Hanfpartei hält. Roland hatte in Facebook-Gruppen das Thema angesprochen, und die Resonanz war ermutigend. Jörg meinte: „Je mehr ich darüber nachdenke, desto besser gefällt mir die Idee!“. Denn eine Partei, die sich so offensiv für die Legalisierung von Cannabis einsetzt, hat gleich mehrere Vorteile gegenüber anderen Kleinparteien:

  • Die Story ist polarisierend und hat die Chance, mediale Aufmerksamkeit zu erreichen.
  • Die Kriminalisierung von Cannabis bei gleichzeitig legalem Alkohol ist dermaßen bescheuert, dass man anhand dieses Themas die ganze Dummheit und Borniertheit der Konservativen bloßstellen kann. Jens Spahn meinte: „Cannabis und Alkohol kann man nicht vergleichen. Denn Alkohol ist kulturell eingeübt. Und ein Oktoberfest ohne Alkohol ist nicht vorstellbar.“ Herrlich absurd!
  • Auftreten und Inhalte können und sollen neuartig, frech und durchaus provokativ sein. Noch mehr als bei der mit diesem Ansatz zunächst sehr erfolgreichen Piratenpartei. Wenn sich Konservative darüber aufregen: Bitte möglichst laut schimpfen! Schreibt unseren Namen richtig! Und nennt unsere Website! 😉
  • Wir können für einen schönen Überraschungseffekt sorgen. Wer eine 1-Themen-Partei erwartet, sieht in unserem Programm das genaue Gegenteil: Das umfassendste Programm aller Parteien (Übersicht hier), mit konkret erläuterten Lösungen (Beispiel) und ausgearbeiteten Gesetzentwürfen (Beispiel) statt hohlen Phrasen.

Also haben wir gleich mal die „alte Truppe“ angerufen und die Idee erläutert. Typische Reaktionen von Udo, Gilla, Nicole, Frank und Peter: „Wie geil ist das denn?“ Das war der Startschuss. Am 29.03. installierte Jörg die Website, die seitdem immer weiter wächst.

Andere langjährige Mitstreiter und Freunde erklärten, dass sie nicht mitmachen würden, weil eine Hanfpartei:

  • zu unseriös wirke
  • sie Probleme mit konservativen Kunden bekommen könnten
  • sie Probleme mit konservativen Arbeitgebern bekommen könnten

Das heißt: Wir sind auf dem richtigen Weg!

15. September 2018: Offizielle Gründung

Am 15.09.2018 gründen wir in Lippstadt die Hanfpartei (mehr). Streng nach den Anforderungen des Parteiengesetzes, mit geheimen Wahlen der Funktionsträger und Abstimungen über Satzung und Programm.

Ab September 2018: Gründung von Landesverbänden

Am 15.09.2018 gründen wir in Lippstadt auch den ersten Landesverband, und zwar für NRW. Weitere Landesverbände folgen.

Mai 2019: Europawahl – erste Wahlteilnahme?

3 Monate nach der Parteigründung müssten wir mit der Sammlung von 4.000 Unterstützungsunterschriften beginnen, die wir beglaubigen lassen und bis zum 01.03.2019 beim Bundeswahlleiter vorlegen müssen. Das ist wahrscheinlich zu früh für uns. Hängt davon ab, wie viel über uns berichtet wird.

Frühjahr 2020: Erste Landtagswahl in Hamburg?

Ein erstes realistisches Ziel ist die Teilnahme an der Hamburger Bürgerschaftswahl (= Landtagswahl) 2020.

September 2021: Teilnahme an der Bundestagswahl

Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass es fast unmöglich ist, in das Kartell der im Bundestag vertretenen Parteien einzubrechen. Mit der 5%-Hürde und den Schikanen der Bundeswahlordnung BWO (nicht nur mindestens 32.000 Unterstützungsunterschriften, sondern auch noch über alle 16 Bundesländer verteilt, nur für je 1 Partei, etc.) haben die Regierungsparteien den politischen Wettbewerb außerhalb des Kartells weitestgehend ausgeschaltet.

Nur 2 Parteien haben es seit 1949 geschafft, neu in den Bundestag einzuziehen: Die Grünen – weil die anderen Parteien die Themen Atomkraft, Umwelt und Abrüstung hartnäckig ignorierten. Und die AfD, mit Wahlkampf-Millionen ihrer Arbeitgeberlobby-Sponsoren, total verzückter Medienberichterstattung in der Gründungszeit und dem Rückenwind der Flüchtlingskrise. Die Linke war als SED in der Volkskammer etabliert und zählt daher ebenfalls zum „Kartell von 1949“.

Alle anderen seit 1949 über 500 neu gegründeten Parteien sind aufgrund der BWO und der 5%-Hürde gescheitert, in den Bundestag einzuziehen. Es gibt keinen freien Markt für politische Parteien in Deutschland.

Dass es nicht unmöglich ist, zeigte die Piratenpartei 2011, als sie 8,9% bei der Landtagswahl / Abgeordnetenhauswahl in Berlin holte. Ob wir es schaffen, hängt vor allem von der Bereitschaft der Medien ab, über uns zu berichten (gern auch boshafte Verrisse – schreibt unseren Namen und die Website bitte richtig!).

Wenn uns ausreichend viele Wähler wahrnehmen und sich ein wenig mit unserem Programm beschäftigen, schaffen wir die 5%-Hürde.

Ansonsten halten wir es mit Konfuzius: „Derjenige, der den Berg abtrug, war derselbe, der damit angefangen hatte, kleine Steine wegzutragen.“

Die Vision

„Wer Visionen hat, braucht einen Arzt.“ (Altkanzler Helmut Schmidt)

Im Gegensatz zu allen anderen Parteien haben wir die Vision einer viel lebenswerteren Welt – und sowohl den Willen als auch die Möglichkeit, sie umzusetzen. Wir wollen und können nicht weniger erreichen als die größte Revolution der Gegenwart.