Eine neue Hoffnung in den USA: Alexandria Ocasio-Cortez

Newcomerin Alexandria Ocasio-Cortez gewann in New York überraschend die Vorwahlen zur Kandidatur für den US Congress. Ihre Partei – die Democrats in den USA (eine Art SPD der USA, also Verräter der Unter- und Mittelschicht) – hat versucht, das zu verhindern und ihren Vorgänger und langjährigen Amtsinhaber Joe Crowley unterstützt.

Nach Ocasio-Cortez Wahlerfolg sind die „Democraps“ („crap“ = Müll, Schrott) ratlos. Wir erinnern uns: Das Establishment der Democraps sabotierte Bernie Sanders bei den Vorwahlen. Hätten sie nicht die käufliche Banken-Lobbyisten $ollary Clinton unterstützt, wäre heute Bernie Sanders US-Präsident.

Die Frage ist nun: Lernen die Democraps dazu? Bisher sieht es nicht so aus. Schließlich stellt Ocasio-Cortez in ihrem Wahlvideo fest: „Nicht alle Democrats sind gleich.“ Könnte man auch auf die SPD anwenden. Zwischen Basis und Vorstand, zwischen Partei und Wählern liegen Welten.

Ocasio-Cortez stellt stellt fest: Wer nicht hier lebt, nicht hier arbeitet, seine Kinder nicht hier zu Schule schickt, nicht das Wasser aus dieser Gegend trinken muss (großes Problem in den USA), nicht die Luft hier atmen muss und nichts gegen Zwangsvollstreckungen armer Mieter unternimmt, kann uns unmöglich repräsentieren!

Um sich von dieser neuen Hoffnungsträgerin ein Bild zu machen, ist auch dieses Video sehr empfehlenswert:

People vs. Money

Wahnsinnig gute Kampagnenbezeichnung: „People vs Money“ (Menschen gegen die Interessen der Geldelite). Das kann auch für die Hanfpartei ein guter Wahlkampfslogan sein.

Democratic Socialism – ein untauglicher Begriff

Ocasio-Cortez nennt ihre Vorstellung von Politik „Democratic Socialism“. Die Verwendung dieses Begriffs ist ein schwerer Fehler. Bernie Sanders erklärt in diesem Video, was er darunter versteht. Kurzfassung:

  • Ein solidarisches Gesundheitssystem, in dem jeder Mensch krankenversichert ist, nach Vorbild der Schweden, Dänen und Norweger.
  • Kostenlose Colleges und Universitäten, Abschaffung von Studiengebühren
  • Die Entmachtung der reichsten 1%.
  • Die Entmachtung der Investmentbanken und Spekulanten.
  • Mieten, die sich alle leisten können.
  • Ein ökonomisches System, dass allen nutzt. Armut muss und darf es nicht geben.

Damit sollte es Wählerstimmen regnen. Aber auf den Begriff „Socialism“ reagieren die meisten Amerikaner (und Deutschen) allergisch. Das ist kein wahlkampftauglicher Begriff. Es wäre zielführender, Begriffe zu verwenden, die die vielen nicht-denkenden Wähler nicht abschrecken. Begriffe, die die neoliberalen und konservativen Gegner nicht zu Gegenkampagnen einladen. Ein „Sozialismus“ im eigentlichen Sinne ist schließlich gar nicht gemeint! Franklin D. Rooselvelt wusst das und nannte seine Politik „New Deal“.

Die Chancen steigen

Ocasio-Cortez ist 28 und hat keine Erfahrung im Paralleluniversum der Politik. Das ist ein Riesenvorteil. Sie ist unverdorben, idealistisch und eine wirkliche Repräsentantin der Bürger – auch wenn sie noch nicht gewählt ist, denn es waren „nur“ die Vorwahlen. Das Establishment der eigenen Partei wird ihr wahrscheinlich Knüppel zwischen die Beine werfen. Ähnlich SPD-Abweichler Marco Bülow wird die der Vorstand der Partei sie nicht freiwillig in wichtige Positionen lassen. Aber ihre Zeit kann kommen.

Eine weitere Hoffnungsträgerin ist die Congress Abgeordnete Tulsi Gabbard. Sie hatte den Mumm, Bernie Sanders als Kandidaten zu nominieren, als ihn die gesamte Parteiführung sabotierte. Elizabeth Warren könnte die nächste Präsidentschaftskandidatin werden, sofern Bernie Sanders nicht antritt und der Parteivorstand dazulernt. In Großbritannien ist Jeremy Corbyn der große Hoffnungsträger.

Generell gilt: Es bewegt sich was! Eine bessere Welt und die Entmachtung der Eliten ist möglich, wenn nur genügend Leute mitmachen und ihre eigenen Interessen vertreten!

Sei selbst Hoffnungsträger(in)!

Mit der Hanfpartei könntest auch Du als Hoffnungsträger(in) / Kandidat(in) antreten! Mach mit!

2018-07-07T16:29:32+00:00